Sozialmanagement und IT

1. Darstellung des Problems

Historisch gesehen ist der Einsatz von Informationstechnologien in Sozialunternehmen durch einen eher technologischen Ansatz geprägt und erfolgte schleichend, beginnend mit der Installation einzelner PC-Systeme. Damit unterscheidet sich die Sozialbranche deutlich von Unternehmen der freien Wirtschaft. Im wesentlichen resultiert dort der Einsatz von Informationstechnologien aus organisatorischen (Re-)Strukturierungsmaßnahmen mit bewerteten Nutzen- bzw. Optimierungspotenzialen.

Aus den anfänglichen Einzelinstallationen in den sozialen Einrichtungen, beginnend in den 90er Jahren, sind heute nicht selten umfangreiche Infrastrukturen entstanden. Darüber hinaus befinden sich komplexe Anwendungssysteme im Einsatz. Durch den schleichenden Prozess sind realisierte Nutzenpotenziale verloren gegangen, nicht wahrgenommen oder ermittelt worden.

Die betriebswirtschaftliche Wahrnehmung der Informationstechnologien fokussiert sich daher meist ausschließlich als Kostenfaktor.

Trotz steigender IT-Durchdringung werden erforderliche Ressourcen zur Sicherstellung eines geregelten Betriebs nicht oder nicht ausreichend bereitgestellt. Als Resultat zeigen sich fehlende Akzeptanz und Unzufriedenheiten der Anwender, bis hin zu wirtschaftlich negativen Einflüssen für die Sozialunternehmen.

2. Relevanz des Problems

Der „IT-Report der Sozialwirtschaft" der KU Eichstätt zeigt, dass im Mittel 1% der Unternehmensumsätze für den Einsatz von Informationstechnologien aufgewendet werden. Bei dieser Größenordnung kann eine reine Betrachtung von Kosten eine eher untergeordnete Auswirkung auf den wirtschaftlichen Erfolg der Sozialunternehmen haben. Selbstverständlich im Wissen, dass jeder Euro zählt.

Wesentlicher ist die Feststellung bisher unbekannter Nutzenpotenziale, auch die, die durch den Einsatz bestehender Anwendungen bereits erreicht wurden.

Nur durch die Kenntnis monetärer Nutzenpotenziale lassen sich unternehmerisch valide Entscheidungen im Hinblick auf erforderliche ggf. auch reduzierter Aufwendungen für Informationstechnologien ableiten.

Es ist zu erwarten, dass der Wertschöpfungsbeitrag der Informationstechnologien am Unternehmensergebnis die 1% deutlich übersteigt.

3. Maßnahmen bzw. Pläne des Verbandes

Der Fachverband FINSOZ e.V. hat eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit dem Thema Wertschöpfungsbeitrag der Informationstechnologien unter dem Arbeitstitel „Sozialmanagement und IT" beschäftigt.

Dabei ist es die Aufgabe zu verdeutlichen, warum Werkzeuge der Informationstechnologien zum Einsatzkommen und welche Beiträge zum Unternehmenserfolg daraus entstehen. Dazu gehört die „Übersetzung" aller Elemente einer IT-Strategie mit

  • Applikationsportfolio
  • IT-Organisation
  • Infrastruktur
  • IT-Sicherheit

in die Sprache des Sozialmanagements im allgemeinen.

 

Ziele der Arbeitsgruppe:

  • Bestehende und mögliche Wertschöpfungsbeiträge der Informationstechnologien zu identifizieren, und für die Sozialbranche als wichtige, wenn auch indirekte Unterstützung der betreuenden Leistungen zu verdeutlichen.
  • Bereitstellung von Handlungsempfehlungen für IT-Verantwortliche mit Informationstechnologien im Rahmen des Sozialmanagements einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg zu leisten.

Sie müssen sich Registrieren oder auf der Seite anmelden, um aktiv in der Arbeitsgruppe mitzuwirken.