Interoperabilität

Herstellung einer verbesserten Interoperabilität zwischen den IT-Herstellern innerhalb des Sozialbereichs und mit Drittsystemen
 

1. Darstellung des Problems

In der Sozialwirtschaft werden verschiedenste Aufgaben mit ganz unterschiedlicher Software erledigt. Bereits innerhalb der Einrichtungen werden sowohl die ERP-Funktionen Rechnungswesen, Personal und ggf. Produktion als auch die branchenspezifischen Funktionen Dienst-/Einsatzplanung, Leistungsmanagement und Patienten-/Klienten-Verwaltung sowie Leistungsabrechnung mit unterschiedlichen Software-Systemen abgebildet. Weitere Schnittstellen bestehen zu Basissystemen wie Office-Lösungen, Portalen, Dokumentenmanagementsystemen, Archivierungslösungen usw.

Diese müssen weiterhin nach außen mit Programmen der Leistungsträger, der Behörden sowie von Kunden und Lieferanten kommunizieren.
Bisher existieren zu vielen der sich daraus ergebenden Schnittstellen keine Standardisierungen. Lediglich im Bereich der Personalabrechnung und der Steuern sind bundeseinheitliche Lösungen vorhanden. Aber schon bei den DTA-Meldungen an die Krankenkassen treten trotz eines vorhandenen Standards Probleme dadurch auf, dass in Teilen die Kassen eigene Regeln erlassen können.

Verschärft wird das Problem zukünftig durch die fortschreitende Kommunalisierung im Bereich der Leistungsträger bei gleichzeitigem Ausbau des elektronischen Datenaustauschs. Individuelle Anforderungen an den Datentransfer bei Leistungsabrechnung, statistischen Meldungen aber auch der beginnenden Übermittlung von Daten zur Planung und Dokumentation der erbrachten Maßnahmen sind die Folgen. Teilweise schreiben die Leistungsträger auch eigene individuelle EDV-Lösungen vor. Bei den Leistungserbringern hat dies eine weitere Steigerung der Komplexität ihrer Software-Landschaft zur Folge, verbunden mit erhöhten Kosten für die Wartung ihrer Systeme.

Alle heutigen Lösungen basieren weitestgehend auf dem Austausch von Schnittstellendateien, jeweils individuell erstellt und mit hohem Aufwand gepflegt . Moderne, serviceorientierte Verfahren kommen derzeit praktisch nicht zum Einsatz.

2. Relevanz des Problems

Auch wenn von allen Anbietern ein problemloser Datenaustausch versprochen wird, so sind Schnittstellen, gerade auf Dateibasis stets problembehaftet. Änderungen auf der einen Seite müssen auf der anderen Seite nachvollzogen werden. Die Versionsstände müssen übereinstimmen. Ist dies nicht der Fall, so zieht dies oft aufwändige manuelle Korrekturen der Daten nach sich.
Doch nicht nur diese technischen Aspekte machen Schnittstellen zum Problem, sondern bereits die schlichte Tatsache, dass dort Arbeitsvorgänge von der einen Hand in die andere übergeben werden. Denn jede solche Übergabe ist zwangsläufig mit dem Verlust von Informationen und mit dem Verlust eines ganzheitlichen Verständnisses der zugrunde liegenden Informationseinheiten verbunden.

Untersuchungen zu Bürokratiekosten in der Sozialwirtschaft und Sozialverwaltung durch Schnittstellen, deren Pflege und mangelnder Funktionalität sind derzeit nicht bekannt. Aber viele Experten sind der Ansicht, dass das größte Optimierungspotenziale nicht (mehr) innerhalb der einzelnen Systeme, sondern im „Niemandsland“ dazwischen liegt.

3. Maßnahmen des Verbandes

Der Fachverband FINSOZ e.V. hat daher die Arbeitsgruppe "Interoperabilität" gegründet, die Standards für die Interoperabilität der verschiedenen Systeme erarbeiten soll.

Die Arbeit untergliedert sich dabei in drei Unterarbeitsgruppen mit unterschiedlichen Ansprechpartnern:

  • DTA – Herr Prof. Kreidenweis, Herr Ristok
  • Patientenstammdaten – Herr Ristok
  • Datenaustausch Leistungsträger Eingliederungshilfe - Herr Prof. Kreidenweis

Ein erstes Ergebnis dieser Arbeit ist:

  • das Positionspapier Datenträgeraustausch (DTA) nach § 105 SGB XI und § 302 SGB V

Weitere Standards sind in Arbeit.

 

Leitung der Arbeitsgruppe

Prof. Helmut Kreidenweis, KU Eichstätt

Sie müssen sich Registrieren oder auf der Seite anmelden, um aktiv in der Arbeitsgruppe mitzuwirken.